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Zehn Jahre Arbeit suchen einen neuen Schrauber — rettet den Spitfire!

Kennt ihr das Gefühl, wenn man ein Projekt mit so viel Herzblut beginnt, und dann holt einen das Leben ein? Dirk und sein Sohn Markus kennen es leider nur zu gut. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten die beiden an einem Triumph Spitfire MK IV — einem echten britischen Roadster, Baujahr irgendwann in den frühen Siebzigern, 69 PS, 1474 Kubikzentimeter, und in seiner Blütezeit auf dem Papier 164 km/h schnell. Ein Auto, das noch heute pure Lebensfreude ausstrahlt.

Jetzt droht das Projekt, das Vater und Sohn über ein Jahrzehnt verbunden hat, ein tragisches Ende zu nehmen. Die Garage wurde gekündigt. Und wenn sich niemand findet, der den halbfertigen Spitfire übernimmt — geht er zum Schrott. Das darf nicht sein.

Aller Restaurationsanfang ist grausam.

Ein Fahrzeugbrief und eine lange Geschichte

Der alte Fahrzeugbrief, den Dirk noch immer sorgsam aufbewahrt, erzählt schon seine eigene kleine Geschichte. Der erster und einzige Halter: Dieter Dondorf, Erika-Weg 12, Eschweiler — ein Mann, geboren 1949, der sich damals einen frischen britischen Roadster mit dem Aachener Kennzeichen AC-DH 182 geleistet hat. Man sieht auf dem alten Foto noch, wie der Spitfire mal war: kirschrot, komplett, irgendwo auf einem Kopfsteinpflaster-Hof, ein Hauch von englischem Understatement auf deutschem Boden.

Am 30. April 2004 wurde er in Würselen stillgelegt. Seitdem schlummerte er — bis Dirk ihn aufweckte. Oder es zumindest versucht hat.

Die Mechanik ist weitgehend fertig.

Was Dirk und Markus in zehn Jahren geleistet haben

Man muss die Fotos sehen, um zu verstehen, was hier steckt. Der Rahmen — knallrot lackiert, sauber aufgebaut — steht auf frischen Rädern. Stoßdämpfer neu. Bremsen neu. Auspuff neu. Der Motor war schon in den Händen von Willi Vröls, einem Mann, dem man einen Motor bedenkenlos anvertrauen kann. Und dann die Sitze: schwarzes Leder, neu bezogen, mit ordentlichen Kopfstützen — so proper, da sie noch nie ein menschliches Hinterteil gesehen haben. Die stehen jetzt in einem Wohnzimmer. Wortwörtlich.

Das Spitti-Gestühl – neu und unbenutzt.

Es gibt sogar Rechnungen aus dem Jahr 2014 — Belege für Neuteile, die Dirk damals noch selbst verbaut hat, als die Zeit noch auf seiner Seite war.

Zwei Rahmen, zwei Hauben, ein Konvolut an Teilen, ein Fahrzeugbrief mit Abmeldung, und jede Menge angefangene Arbeit. Was fehlt, ist der Mensch, der jetzt den Staffelstab übernimmt.

Ein Bild aus den guten, alten Triumpf-Zeiten.

Das Problem mit dem Leben

Es ist keine Schande, ein Projekt nicht zu Ende zu bringen. Das Leben macht manchmal Pläne, bevor wir das tun. Zehn Jahre sind lang — lang genug für Jobwechsel, Umzüge, Gesundheit, Familie, und alle anderen Dinge, die uns daran erinnern, dass wir nicht nur Schrauber sind, sondern auch Menschen. Dirk und Markus haben das gemeinsam erlebt, Vater und Sohn, Schulter an Schulter in einer Garage, die jetzt nicht mehr zur Verfügung steht.

Was bleibt, ist ein halbfertiger Triumph Spitfire MK IV — und die stille Hoffnung, dass irgendwo da draußen jemand sitzt, der genau auf dieses Projekt gewartet hat.


Was der Spitfire bietet — und was er braucht

Für jemanden, der einen Spitfire restaurieren wollte, aber vor dem Berg der Beschaffungsarbeit zurückgeschreckt ist, ist das hier eine einmalige Chance. Was Dirk und Markus über die Jahre zusammengetragen haben:

Zwei Rahmen stehen zur Verfügung — einer davon aufgebaut und fahrbereit rollend. Dazu zwei Hauben, ein laufender Motor (von Willi Vröls gemacht), neue Stoßdämpfer, neue Bremsen, ein neuer Auspuff. Die Sitze — schwarz, Leder, neuwertig — warten auf ihre erste echte Fahrt. Der Fahrzeugbrief ist vorhanden, die Abmeldebescheinigung auch. Sogar die alten Rechnungen aus 2014 sind dabei, falls jemand die Geschichte des Fahrzeugs dokumentieren möchte.

Was der Spitfire jetzt braucht, ist jemand mit Werkstatt, Zeit, und dem richtigen Feuer im Hintern. Kein Profi notwendig — aber jemand, der weiß, was er tut, und dem englische Roadster nicht völlig fremd sind. Gegen Gebot bieten Vater Und Sohn den Spitti an. Dirk möchte, dass das Auto in gute Hände kommt — und nicht auf den Schrott wandert.


Warum das wichtig ist

Ich weiß, was manche jetzt denken: Es gibt viele unfertige Restaurationsprojekte auf dieser Welt. Stimmt. Aber der Triumph Spitfire ist kein x-beliebiges Auto. Er ist eine der reinsten Formen des britischen Roadster-Gedankens — leicht, offen, direkt. Kein Komfort-Schnickschnack, keine elektronischen Helferlein, kein Sicherheitsnetz außer dem eigenen Können. Wer einen Spitfire fährt, fährt bewusst.

Und dieser hier — mit dem Aachener Kennzeichen, dem alten Fahrzeugbrief, den neu bezogenen Ledersitzen und den zehn Jahren Arbeit dahinter — hat eine Geschichte verdient, die weitergeht. Nicht einen Schrottplatz.

Dirk und Markus haben gegeben, was sie konnten. Jetzt liegt es an uns — an der Community, an den Schraubern, an den Träumern mit Werkstatt.


So meldet ihr euch

Wenn ihr Interesse habt, den Spitfire zu übernehmen, oder jemanden kennt, der in Frage käme — schreibt Dirk einfach eine Email dirk-dondorf@t-online.de Ihr könnt euch auch gerne an mich wenden. Dann stelle ich den Kontakt zu Dirk her. Das geht ganz unkompliziert, ganz ohne Bürokratie, ganz im Sinne von Fahr-Dich-Glücklich: Enthusiasten helfen Enthusiasten. Denn dafür sind wir hier.

Der Spitfire steht in 52249 Eschweiler bei Aachen.


Der Triumph Spitfire MK IV (Fahrgestellnummer FH102937L) hat 1474 cm³ Hubraum, 69 PS bei 5250 U/min, und wiegt fahrfertig knapp über 800 Kilogramm. Er wurde zuletzt in Würselen (Kreis Aachen) auf den Namen Dieter Dondorf zugelassen und am 30. April 2004 stillgelegt. Fahrzeugbrief und Abmeldebescheinigung liegen vor.

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