Neue Regeln in Südtirol: Mit mir bleibt ihr auf der sicheren Seite der Dolomitenpässe

Die Nachricht, die alles ins Wanken brachte: Vor ein paar Wochen schrieb mir ein Leser – nennen wir ihn Tobias, auf meinem Blog sind wir halt per Du. Die Nachricht bestand aus genau einem Satz: „Udo, dürfen wir das noch?“

Vor ein paar Wochen schrieb mir ein Leser – nennen wir ihn Tobias, auf meinem Blog sind wir halt per Du. Die Nachricht bestand aus genau einem Satz: „Udo, dürfen wir das noch?“

Er und ein Freund hatten sich seit dem Frühjahr auf eine Zweier-Ausfahrt gefreut. Zwei Youngtimer, ein paar Pässe, ein Wochenende Südtirol. Dann las er von neuen Beschränkungen für Motorsportveranstaltungen in den Dolomiten – und aus der Vorfreude wurde über Nacht Verunsicherung. Pässe, Paragraphen und Panik, alles auf einmal.

Kennt ihr das? Man plant monatelang, und dann reicht eine Schlagzeile, um alles infrage zu stellen. Also habe ich das gemacht, was ich immer mache, wenn ich es selbst nicht genau weiß: nachgefragt. Schriftlich, direkt bei der Südtiroler Landesregierung, mit allen Details. Und die Antwort, die ich bekam, ist deutlich differenzierter, als jede Schlagzeile vermuten lässt.

Beschluss Nr. 495/2026 – Was wirklich drinsteht

Die Südtiroler Landesregierung hat mit Beschluss Nr. 495/2026 neue Regeln erlassen – klingt nach einem dieser Papiere, die man einmal liest und danach eine neue Urlaubsplanung braucht. Die Kurzfassung, ganz ohne Amtsdeutsch: Betroffen sind ausschließlich Straßen oberhalb von 1.600 Metern Meereshöhe. Für uns Dolomitenpass-Liebhaber heißt das konkret: eigentlich alle Pässe in Südtirol – Sellajoch, Grödner Joch, Falzarego, Stilfser Joch, Pordoijoch, Timmelsjoch und viele, viele andere.

Und betroffen sind eigentlich nur zwei Dinge. Wettbewerbe, also klassische Motorveranstaltungen wie Oldtimer-Rallys, sind laut Straßenverkehrsordnung künftig genehmigungspflichtig. Organisierte Veranstaltungen müssen laut Landesgesetz Nr. 13/1992 immerhin im Voraus mitgeteilt werden. Führt die Route zusätzlich durch ein Schutzgebiet, kommt womöglich noch eine Sondergenehmigung obendrauf.

Eine Sonderrolle spielt dabei das Grödner Joch: Ab September startet dort versuchsweise eine verkehrsberuhigte Zone, die den Pass für den touristischen Durchgangsverkehr komplett unpassierbar macht – unabhängig davon, ob ihr organisiert oder ganz privat zu zweit unterwegs seid. Das hat mit dem Veranstaltungsverbot direkt nichts zu tun, ist aber für die Routenplanung mindestens genauso wichtig.

Was macht eine Veranstaltung zur Veranstaltung?

Hier wird’s spannend, denn genau daran hängt die Antwort für Tobias. Eine Ausfahrt wird laut Gesetz erst dann zur „organisierten Veranstaltung“, wenn ein erkennbarer Organisationsrahmen dahintersteht. Ein Verein, ein Club, ein Veranstalter, der plant, bewirbt oder koordiniert. Eine gemeinsame Route, ein fester Ablauf, eine Begleitorganisation.

Stellt euch vor, ihr bekommt eine Einladung, meldet euch bis zu einem Stichtag an, ein Organisator nimmt dafür einen Tourpreis und führt oder begleitet euch am Tag X persönlich über eine vorgegebene Strecke. Genau das ist der Moment, in dem aus einer Ausfahrt eine Veranstaltung wird – mit allem, was rechtlich dazugehört.

Die gute Nachricht: Was weiterhin erlaubt ist

Und jetzt die Auflösung für Tobias: Der reine Individualverkehr ist von alldem nicht betroffen. Auch nicht, wenn mehrere Fahrzeuge gemeinsam unterwegs sind. Ein unverbindliches Treffen von Freunden, die zusammen durch Südtirol fahren, ohne festen Rahmen? Weiterhin erlaubt. Eine private Reise ist eben keine Veranstaltung, so einfach ist das im Kern.

Tobias und sein Freund dürfen also weiterhin mit ihren beiden Youngtimern über die Pässe fahren. Nur eben nicht als angemeldete Club-Kolonne mit Startnummer und Streckenplan – und ums Grödner Joch werden wir ab September ohnehin erst einmal einen Bogen machen müssen.

Meine Lösung für euch: Individuell statt organisiert

Genau an dieser Stelle habe ich angefangen, meine über zwanzig Jahre Südtirol-Erfahrung neu zu sortieren. Ich kenne mich im Vinschgau, am Rosengarten, im Pustertal, rund um den Kronplatz, im Trentino und in den Brenta-Dolomiten aus – Pässe, Serpentinen, und natürlich die Café mit einem Kuchen, der eine Umleitung wert ist.

Ein Sonnenaufgang am Rosengarten, wenn der Fels noch im rosa Licht steht und die Luft nach kaltem Stein und Bergwiese riecht. Ein kleiner Umweg an der Weinstraße zum schönsten Weingarten Südtirols und anschließend das leise Klimpern der Weinflaschen für zuhause, die dem Mitfahrer in der nächsten Kehre zwischen den Füßen schaukeln. Ein spontaner Fotostopp bei der Fahrt durchs malerische Villnösstal mit einem beeindruckenden Gebirgspanorama – genau solche Details entstehen, wenn eine Tour nicht nach Vereinsplan, sondern nach euren individuellen Wünschen läuft.

Was ich euch anbiete, ist keine Vereinsfahrt mit fünfzehn Autos und Streckenbriefing. Es ist eine individuelle Tour, maximal zwei Fahrzeuge, ganz nach euren Wünschen zusammengestellt. Hotel, Mittagspause, Kaffeepause, Fotostopp – ihr sagt mir, was ihr wollt, ich kümmere mich um den Rest. Roadbook gibt’s digital oder gedruckt, wie es euch lieber ist.

Am Start seid ihr dann ganz für euch: Ich sitze zuhause am Schreibtisch, nicht im Begleitfahrzeug, und bin während eurer Tour telefonisch oder per E-Mail für euch erreichbar, falls unterwegs Fragen aufkommen oder sich spontan etwas ändern soll.

Und damit hier keine Missverständnisse entstehen, sage ich das lieber einmal ganz deutlich: Das ist kein Freundschaftsdienst unter Autofreunden und auch keine Gefälligkeit für ein Stück Kuchen am Kronplatz. Zwanzig Jahre Streckenkenntnis, Timing und das richtige Gespür für die perfekte Kaffeepause gibt es nicht geschenkt – diese Vorbereitung ist eine bezahlte Dienstleistung. Wichtig dabei: Meine Rechnung deckt ausschließlich Planung und Vorbereitung ab. Hotel, Mittagspausen, Maut und alles, was unterwegs anfällt, zahlt jeder für sich selbst – ich bereite lediglich alles vor, den Rest erlebt und bezahlt ihr vor Ort.

Der Ablauf ist denkbar unkompliziert: Ihr schickt mir eure Planungswünsche – Zeitraum, gewünschte Region, Hotelkategorie, Anzahl der Tage, wie viel Programm um die reine Fahrt herum. Erst auf dieser Grundlage erstelle ich euch ein individuelles Angebot. Ohne diese Angaben kann ich euch leider auch keinen Preis nennen, denn jede Tour ist so individuell wie die Autos, die ihr fahrt.

Interesse? Schreibt mich einfach unter ufreialdenhofen@gmail.com an und schickt mir gleich eure Planungswünsche mit – unverbindlich, aber mit den nötigen Angaben, damit ich euch ein passendes Angebot machen kann. Ich freue mich auf eure Anfragen.

Warum ausgerechnet zwei Autos?

Die ehrliche Antwort: Weil ich keine Lust auf Ärger mit der Südtiroler Straßenverkehrsbehörde habe, und ihr vermutlich auch nicht. Zwei Autos sind privat. Bei drei Autos fängt die Grauzone an, bei vier steht gefühlt plötzlich ein Verkehrspolizist mit Klemmbrett am Straßenrand.

Nach fünfzehn Jahren und rund 150 Touren, teils mit zwanzig Fahrzeugen, ist das für mich übrigens eine ziemliche Umstellung. Aber genau das ist doch Improvisation: die alten Stärken – Streckenkenntnis, Timing, das Gespür für die richtige Kaffeepause – auf ein neues, kleineres Format zu übertragen. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Vor allem, wenn „mehr“ inzwischen nicht mehr gesetzeskonform ist.

Mein (ungefragter) Rat
So bleibt ihr sicher auf der richtigen Seite: Keine öffentliche Einladung oder Bewerbung, kein fester Treffpunkt für eine größere Gruppe, keine Anmeldefrist oder Teilnahmegebühr, kein gemeinsames Streckenbriefing. Allein einer dieser Punkte reicht, um rechtlich in den Bereich „Veranstaltung“ zu rutschen. Aktuelle Infos gibt’s auf der Seite der Südtiroler Landesregierung – und im Zweifel lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig.

Diese Übersicht spiegelt den Stand der Rechtslage zum Zeitpunkt dieses Artikels wider und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung – bei konkreten Vorhaben lohnt sich immer ein Blick auf die offizielle Seite oder eine eigene Nachfrage bei der Landesregierung.


Tobias hat inzwischen geantwortet. Zwei Sätze, deutlich entspannter als die erste Mail: „Alles klar, dann planen wir einfach weiter. Vielleicht ja sogar mit dir, wenn der Preis passt.“ Danach schickte er noch, halb im Scherz, ein Foto seines Youngtimers mit dem Kommentar: „Der wartet jetzt schon ungeduldig aufs Sellajoch.“ Genau darum geht’s mir bei der ganzen Geschichte. Nicht darum, Paragraphen zu zitieren, sondern euch die Sorge zu nehmen und die Pässe da zu lassen, wo sie hingehören – unter euren Rädern.

Also, wenn ihr eine Tour plant, ob zu zweit oder mit einem Freund: Schickt mir eure Wünsche, ich mache euch ein Angebot. Ich freue mich auf jede Anfrage, ob daraus am Ende eine gemeinsame Fahrt wird oder erst mal nur ein gutes Gespräch über die schönste Route durchs Pustertal.

Und weil’s gerade so schön passt: Dieser Beitrag hier ist tatsächlich mein hundertster auf Fahr Dich Glücklich – powered by Udo. Dass es ausgerechnet eine Geschichte über Paragraphen, Pässe und einen Weg durchs Kleingedruckte geworden ist, hätte ich mir vorher nicht ausgesucht – aber im Rückblick passt es ziemlich gut: Genau darum ging’s hier schon immer, einen Weg zu finden, wo auf den ersten Blick keiner ist. Danke, dass ihr die ersten hundert Beiträge mit mir gefahren seid. Auf die nächsten hundert!

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