Krimis und Romane für Oldtimer-Fans – Literatur mit Benzin im Blut

Opulente Bildbände und Fachbücher über Automobile – klassisch oder modern, exklusiv oder „Brot und Butter“, schnell oder gemütlich, on- oder off-road – gibt es wie Sand am Meer. Doch unterhaltende Auto-Literatur, die uns so fesselt, dass wir den Roman, die Erzählung oder den Krimi nicht mehr aus der Hand legen können, bis wir auch die letzte Seite gelesen haben, ist im Buchhandel rar gesät. Aber es gibt sie, diese „blechernen“ Perlen der Belletristik. Und genau dieser automobilen Literatur widme ich den nächsten Geschenketipp für Klassiker-Freunde. Gute literarische Unterhaltung – das perfekte Geschenk für alle, die mehr als nur Schlips und Socken verschenken möchten.

Ach ja, bevor ich es vergesse. Bitte denkt beim Bücherkauf an eure lokalen Buchhändler. Die haben’s gegen die übermächtigen Internet-Konzerne schwer, sind aber genauso schnell. Durch die Buchpreisbindung ist der traditionelle Buchhandel auch nicht teurer. Ich liebe es, einfach durch den Buchladen meines Vertrauens zu schlendern, die Regale und Auslagentische zu betrachten. So bin ich zum Beispiel auf Martin Walker gestoßen. Fast wie in der Sturm und Drang-Zeit, als ich Langspielplatten kaufte, weil mir das Cover gefiel, erwarb ich seinen Roman „Grand Prix“, weil mich das Titelbild total ansprach.

Sieben Krimis für Oldtimer-Fans

Martin Walker: „Grand Prix. Der neunte Fall für Bruno, Chef de Police“
In St. Denis wird eine Oldtimer-Ausfahrt mit Rallye organisiert. Ein extrem seltener Bugatti und die Suche nach einem verschollenen Bugatti aus der Nachkriegszeit stehen im Zentrum – sowohl der Rahmenhandlung als auch des Kriminalfalls.

Rainer Wittkamp / Axel Witte: „Taxi nach Rügen“
Ostseekrimi mit doppeltem Boden: Während auf Rügen eine Oldtimer-Rallye läuft, verschwinden sündhaft teure Klassiker. Parallel dazu ermittelt die Polizei in einem Mordfall. Die Rallye und die Fahrzeuge sind integraler Teil der Story.

Gerhard Johannes Dreßen: „Glutrot“
Motorjournalistin Sally Morgan stolpert über einen verunfallten Porsche 911 aus den 70ern – und damit mitten hinein in einen internationalen Verbrecherring, der mit Oldtimer-Fälschungen und Duplikaten handelt. Technik und Szene werden detailliert beleuchtet.

Helena Marchmont: „Bunburry – Oldtimer sterben jung“ (Band 2 der Reihe)
Cosy Crime in den Cotswolds: Alfie erbt ein Cottage samt altem Jaguar in Top-Zustand. Der Oldtimer führt ihn direkt in einen Mordfall in einer auf noble Automobile spezialisierten Werkstatt. Leichte Kost mit britischem Charme.

Jacques Berndorf: „Eifel Rallye“ (Der 6. Band der Eifel-Serie)
Ein Motorjournalist aus Adenau stirbt – angeblich an einem Herzinfarkt. Doch der Spezialist für Fragen rund um den Nürburgring hatte etwas recherchiert, das eine Autofirma zu einer unglaublich teuren Rückrufaktion zwingen würde. Pfeifenraucher und Katzenfreund Siggi Baumeister taucht in die skurrile Welt des Nürburgrings ein.

Jacques Berndorf: „Die Nürburg-Papiere“ (Eifel-Krimi 19)
Am Nürburgring sind mehr als 300 Millionen in gewaltigen Betongebirgen verbaut worden. Als Claudio Bremm, wichtigster Manager des Rings, brutal mit einer Maschinenpistole niedergestreckt wird, beginnt eine Mordserie. Im Dörfchen Kirsbach stirbt kurz darauf der alte Bauer Jakob Lenzen durch einen Kopfschuss. Die beiden Morde scheinen nichts miteinander zu verbinden – bis sich plötzlich ein roter Faden im Labyrinth der Nürburgring-Morde zeigt.

Martin Brückner: „#CrashTag“
Ein düsterer Thriller um autonomes Fahren in naher Zukunft. Auch wenn die Autos hier moderner sind, dreht sich der Plot stark um Unfallmanipulationen und Fahrzeugtechnik. Ein Bonus-Tipp für alle, die es gerne etwas futuristischer mögen.

Drei Romane mit automobiler Seele

Niklas Maak: „Fahrtenbuch – Roman eines Autos“
Ein alpinweißer Mercedes 350 SL (Baujahr 1971) ist der eigentliche Protagonist dieses Romans. Anhand von Serviceheft und Fahrzeugbrief werden Leben und Besitzer über Jahrzehnte nachgezeichnet – ein Autofahrer- und Gesellschaftsroman aus deutscher Perspektive.

Katrin Zipse: „Glücksdrachenzeit“
Eine 15-Jährige macht sich auf den Weg nach Frankreich und landet in einem pfefferminzgrünen Morris Minor von 1961. Der Oldtimer wird zur Bühne für Begegnungen, Abenteuer und Coming-of-Age-Momente. Ein Jugendroman, der auch Erwachsene begeistert.

Beatriz Williams: „Die letzten Stunden des Sommers“
Ein alter Mercedes-Roadster wird restauriert und verkauft – und verbindet die Lebensgeschichten zweier Frauen über Jahrzehnte hinweg. Das Auto ist Ausgangspunkt für Rückblenden in die Vorkriegszeit und macht Geschichte greifbar.

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